Fastnachten im Fläming / in der Lausitz und anderswo
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Elster 2013
Rade 2012
Klossa 2012
Cobbelsdorf 2012
Ruhlsdorf 2012
Elster 2012
Seyda 2011
Ruhlsdorf 2011
Gorsdorf-Hemsendorf 2011
Schuetzenberg 2011
Lindenberg ... 2011
Mügeln 2011
Streichwitz 2011
Groß Rietz 2010
Rückersdorf 2010
Boblitz 2010
Kropstädt 2010
Cobbelsdorf 2009
Gottower Fastnachten 2009
Schönborn 2009
Schönborn 2008
Dietrichsdorf 2007
Linda 2007
Wartenburg 2007
Möllensdorf 2006
Reinsdorf 2006

 
 
Das Beste kommt zum Schluss
Auszug aus der Märkische Oderzeitung vom 16. März 2010
 
"Zum Saisonende der Fastnachtszeit zogen am letzten Wochenende in Zeust und Groß Rietz noch einmal bunt kostümierte und gute gelaunte Menschen durch die Straßen. In Groß Rietz feiert man eine der größten Jugendfastnachten unserer Region.
 
Bereits am Freitagabend eröffneten die Zeuster ihre Fastnacht beim Tanz mit der Band 'Astoria'. Nach einer feucht-fröhlichen Nacht hieß es am Sonnabend dann erst mal 'Ausschlafen', denn erst am Nachmittag setzte sich der Zamperzug in Bewegung, um in dem kleinen Ort Eier, Speck und eine Spende für die Zamperkasse zu sammeln. Begleitet wurden die Zeuster Narren von 'Jochens Jungs' die mit Pauken, Trompeten und Schlagzeug für Stimmung sorgten. Viele bunte Kostüme waren wieder mit dabei, wie etwa Blumenmädchen, Clowns oder Indianer. Einige junge Männer erschienen in Gorillakostümen und angesichts der frühlingshaften Temperaturen schwitzten sie in ihren felligen Verkleidungen nach eigenen Aussagen 'wie die Affen'.
 
Am Abend wurde dann zur Musik der 'Lübbenauer Oldstar-Band' fleißig das Tanzbein geschwungen. Ein buntes Programm sorgte wie schon am Abend zuvor für Kurzweil. Zum ersten Mal wurde für die Zeuster Fastnacht ein Festzelt aufgestellt. Während in den Jahren zuvor extra zu diesem Anlass immer noch mal die Dorfkneipe ihre Türen öffnete, blieben diese nun erstmals geschlossen. 'Die ehemalige Gaststätte wird zum Wohnhaus umgebaut' erklärt Felix Lehmann, Organisator der Zeuster Fastnacht die Umstände. Zwar 'ist die Atmosphäre im Zelt nicht die gleiche wie im Saal' bedauert Lehmann, aber deshalb lässt man lieb gewonnene Traditionen noch lange nicht einschlafen. An beiden Abenden war die Tanzveranstaltung in Zeust gut besucht und auch im nächsten Jahr wird es wieder eine Fastnacht in dem kleinen Friedländer Ortsteil geben.
 
In Groß Rietz feierte man am Sonnabend Jugendfastnacht. Traditionell ist diese Fastnacht eine der letzten in unserer Region, denn 'Das Beste kommt zum Schluss' sind sich die jungen Leute sicher. Etwa 60 Personen zamperten laut juchzend mit den 'Zeisigberger Musikanten' von Haus zu Haus. Während sich die Jungen mit weißen Reithosen, Stiefeln und Jacket bekleideten, präsentierten sich die Mädchen in Trachtenkleidern aus Urgroßmutters Zeiten.
 
Die meisten Narren waren wirklich in einem Alter zwischen 18 und 25 Jahren - eben eine echte Jugendfastnacht, wie man sie heutzutage kaum noch woanders findet. Zwischen all diesen blutjungen Gesichtern fielen Daniela Schuster, Christin Kirschke, Janette Lauschke, Juliane Krüger, Lars Zirwer, Michael Sachse und Jan Olwig, alle in einem Alter um die 30 schon fast ein wenig auf. Und eigentlich haben sie aufgrund ihres Alters auch schon ein paar Jahre nicht mehr mitgezampert. Aber beim Fastnachtstanzabend im letzten Jahr packte sie doch die Lust und so beschloss die Clique, es in diesem Jahr noch mal richtig krachen zu lassen. 'Das ist aber nur eine einmalige Sache, danach ist wirklich Schluss' so Daniela Schuster.
 
'Es kommen immer neue Generationen junger Leute nach und man muss ihnen die Chance geben ihre eigene Fastnacht zu feiern' sagt sie. Zusammen mit den anderen Dreißigern hat Daniela Schuster diesen Jugendfastnachtstag in Groß Rietz noch einmal so richtig genossen.
 
Gute zwölf Stunden waren die jungen Rietzer Narren in ihrem Ort unterwegs. Als sie zirka um 21 Uhr in den Saal des Dorfgemeinschaftshauses einmarschierten, war dieser schon gut mit Tanzlustigen gefüllt, die sich zur Musik der Gruppe 'Komet' vergnügten. Für die Fastnachtsjugend war mit dem Einmarsch aber noch lange nicht Schluss. Ein buntes Programm über das Leben in der DDR galt es auch noch zum Besten zu geben. Da die jungen Leute kaum noch selbst etwas über diesen Teil deutscher Geschichte mitbekommen haben, wurden die Eltern und das Internet zum Thema befragt. Heraus kamen lustige Anekdoten, in der alles DDR-typische vom Pionierleben bis zum Trabbi vertreten waren.
 
Nach der amüsanten Aufführung hieß es dann auch für die Groß Rietzer Fastnachtsjugend endlich 'Feiern bis zum Abwinken'."

 
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Rückersdorfer Jugend lebt Fastnachtstradition
Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 23. Februar 2010
 
Zum siebten Mal hatte dabei Georg Zörner die Organisation, Ausarbeitung des Programms und die Rede in seiner Hand.
 
Die jungen Männer trafen sich am Samstag in Anzug und mit Ansteckrose um 15 Uhr im Gasthof Jägerhof, um von dort ins Fastnachthaus zu Maik Bachmann, der seit sechs Jahren als Fastnachtgastgeber fungiert, zu marschieren. Dort warteten die jungen Damen in Festkleidern auf ihre Partner. Vorneweg zog der Schönborner Spielmannszug und dahinter reihten sich die 25 schicken jungen Paare ein. So ging es mit Musik durch das Dorf wieder zum Jägerhof.
 
Wirt Thomas Hustan (38) erinnert sich, wie vor etwa 13 Jahren Jana Asmus die Tradition nach der Wende wieder aufnahm. „Wir waren anfangs 13 oder 14 Pärchen. Damals wechselte noch das Fastnachthaus und die Damen wurden immer von verschiedenen Punkten im Dorf abgeholt“, erinnerte er sich. Beim Fastnachttanz wurden anschließend die vor 14 Tagen erzamperten Naturalien verköstigt.
 
Diesmal kamen 235 Eier, 3,5 Kilo Speck, 15 Gläser Gurken und 64 Flaschen alkoholische Getränke zusammen.
 
Beim Zampern gibt es klare Regeln und wer dagegen verstößt, muss zur Jugendfastnacht vor das traditionelle Gericht mit Richter Dirk Töpfer und Uwe Engelmann. Da werden Leute an die Speckgabel gekettet, es sind in vorgegebener Zeit Eier zu braten oder es muss zusätzlich Geld gesammelt werden.
 
Erstmals kam es nach Polonaise und Pflichttänzen in diesem Jahr zur Wahl des Fastnachtpaares, das mit Schärpe und Pokal geehrt wurde. Sven Werner und Kevin Müller boten zum Einheizen der Stimmung eine spezielle Tanzeinlage.

 
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14 Paare tanzen in Trachten durch Boblitz
Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 15. Februar 2010
 
"Begeistet haben am Samstag zahlreiche Zuschauer den traditionellen Trachtenumzug der Boblitzer Dorfjugend verfolgt. 14 Festpaare hatten sich eingefunden, um bei schwungvoller Blasmusik und einer humorvollen Dorfpolonaise durch den Lübbenauer Ortsteil zu tanzen. Beim Eierkuchen essen, geselliger Unterhaltung und fröhlichem Tanzvergnügen wurde die Jugendfastnacht im Festsaal fortgesetzt.
 
„Die Mädchen sehen in ihren Festtagstrachten wieder ganz toll aus“, erzählte Christa Orsin aus Raddusch, als sie die Mädchen in ihren roten, grünen, violetten und blauen Festtagstrachten sah.
 
„Früher war ich selbst bei der Boblitzer Jugendfastnacht dabei und habe fleißig mitgetanzt“, erzählte Dieter Orsin, der mittlerweile im Nachbarort Raddusch wohnt. Viele Zuschauer erlebten an der Gaststätte „Boblitzer Hof“ den Ausmarsch der Jugend mit.
 
„Die Jugendfastnacht ist immer ein besonderes Erlebnis, das wir uns nicht entgehen lassen“, sagte Helga Roselek, die gemeinsam mit ihrem Mann Paul den Jugendlichen applaudierte. Auch Maren und Frank Jurisch aus dem Lübbenauer Ortsteil verfolgten das Geschehen und schossen viele Fotos. Mit Musik zogen die jungen Leute durch die schneebedeckten Straßen und Gassen des 800-Seelen-Dorfes.
 
 

 
14 Paare tanzen in Trachten durch Boblitz. Foto © www.lr-online.de

 
Anke Habedank und Sebastian Schmude führten den Ehrenzug der Dorfjugend an. Auch Wenke Lehmann und Ricarda Werner, Maria Barberka und Florian Thomschke, Mandy Lienert und Christian Kosch mann, Charlene Belaschk und Jonas Jurisch, Peggy Pohl und Henry Pohl, Diana Rothe und Benjamin Lehmann waren im Tross der fröhlichen Leute auszumachen. Die Mädchen schwenkten verwegen ihre bunten Falbelröcke und jubelten den Zuschauern zu. Bei den jungen Männern flatterten die Fastnachtsbänder an den Hüten.
 
„Schön, dass die Tradition der Jugendfastnachten fortgesetzt wird“, so Herrmann Lücke, der mit seiner Frau Irmgard den Tanzenden zujubelte. Jenny Richter und Sebastian Perka, Julia Orsin und Tino Ahnert, Kimberley Bäumler und Andy Pfeiffer, Lisa Richter und Oliver Schultchen, Claudia Pohl, Adrienne Eckert und Christian Mietk drehten sich beim Tanz vergnügt im Kreis, dass der Schnee nur so aufwirbelte. Als die beschwingte Annemarie-Polka von den 17- bis 28-Jährigen getanzt wurde, klatschten auch Edith Günter, Kurt Jurischka, Rosa und Gerhard Borrack am Straßenrand herzlichen Beifall. Wenig später war die jubelnde Schar im Festsaal, um ihre Boblitzer Jugendfastnacht zu feiern.

 
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Platzmeister führen durchs Dorf und auch zum Tanz ... Kropstädter Jugend greift nach einigen Jahren Pause die alte Tradition wieder auf.
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 17. Januar 2010
 
"Wir alle sind mit den Fastnachten groß geworden", nickten Patrick Lenz, Ron Herrler und Benjamin Deisinger. Gemeinsam hatten sie am vergangenen Wochenende nach einigen Jahren Pause die Tradition der Jugendfastnachten wieder aufleben lassen. Die drei sind die Platzmeister dieses Jahr, was an sich ungewöhnlich ist, denn normalerweise gibt es in Kropstädt nur zwei der Herren, die die Regie beim Zempern und beim Tanz auf dem Saal führen. Aber durch Arbeit und Studium bedingt war nicht absehbar, ob auch alle Zeit haben würden.
 
Doch am Wochenende hieß es für die Mitzwanziger, den Zemperzug durch das Dorf anzuführen. "Beim Zempern wird an jedem Haus geklingelt", betonte Lenz. "Oft werden wir erwartet mit Getränken, manchmal auch Gegrilltem und Soljanka oder Kuchen", fügte Benjamin Deisinger hinzu. "Da sitzt man sich manchmal auch fest." Früher zogen die Zemperer mit Kiepen von Haus zu Haus, es gab vor allem Naturalien wie Gurken, Wurst oder auch Schnaps. Die Kiepe ist in diesem Jahr einem Bollerwagen gewichen, doch wie früher wird das Gesammelte beim sogenannten "Schlappenball" (am 19. Februar) verzehrt.
 
Es war eine lustige und trinkfreudige Runde, die sich am Samstagvormittag auf den Weg machte. Bunt kostümiert und unterstützt von der Boßdorfer Blasmusik ging es vom Kreuzgewölbe aus eine Runde durch den Ort. Die Platzmeister hielten sich aus Gewohnheit etwas zurück, denn am Abend hieß es, fit zu sein für das zweite Antanzen (das erste gab es schon am Freitag). Für den Ball ist dann Abendgarderobe angesagt.
 
Fastnachten hat im Fläming eine lange Tradition. Davon künden zum Beispiel die Kappen der Platzmeister, die denen der Flämingtracht ähnlich sind - bis auf den Schwanz aus Dachs oder Waschbär. Das Einladen (von November an) hatten sie schon hinter sich. Von Lübeck bis München kämen jetzt die Gäste, erzählten die Platzmeister. Der Ablauf bleibt gleich: Man fährt zu den Mädchen, die mitmachen wollen und bekommt von jeder ein Band angesteckt. Am Abend treffen sich die Mädchen im Kropstädter Schloss, nach dem Fototermin werden sie von den Platzmeistern in den Saal geführt, wo die Jungen warten. Zum "Schneewalzer" werden die Mädchen vom Platzmeister "angejuchzt", der kurz mit ihnen tanzt und dann dem Partner zuführt. Die Damen wurden vor dem ersten Abend von den Jungen "ersteigert", am zweiten haben sie die erste Wahl beim Tanz.
 
Schon früher, erzählte Ron Herrler, sei zweimal Jugendfastnachten pro Jahr in Kropstädt gefeiert worden. Das hatte allerdings den Grund, weil es zwei Gaststätten gab, und jeder Gastwirt sein Geschäft machen wollte. Ein Foto von 1947 zeigt knapp 40 Paare vor einer Gaststätte. "Die haben wir in diesem Jahr auch", so Lenz.
 
Am Sonnabend, dem 23. Januar, finden im Kropstädter Schloss dann die Männerfastnachten statt.

 
 

 
Die Kropstädter Platzmeister mit traditionellen Kappen.
Foto © Achim Kuhn www.mz-web.de

 
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Bunte Truppe zieht lärmend durch den Ort
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 01. Februar 2009
 
"8.30 Uhr, als es losgehen sollte, da waren noch recht wenige da", schildert einer der Platzmeister den Beginn des Zemperzuges am Sonnabendmorgen. "Doch ein paar Minuten später kamen sie aus allen Himmelsrichtungen", schwärmt er dann. Denn um die 50 Jugendliche wollen sich das Spektakel nicht entgehen lassen, ohne Ausnahme bunt kostümiert beim Heischezug dabei zu sein. Nicht nur Cobbelsdorfer, sondern auch lustiges Volk aus der Umgebung ist dabei.
 
Wenn am Samstagabendabend zum Fastnachtsball geladen ist, kommen sie alle wieder - aus Köselitz, Senst und vielen anderen Dörfern der Umgebung. Sogar bis nach Wittenberg hat sich herumgesprochen, dass hier immer etwas los ist. Was für die Karnevalisten die drei närrischen Tage zum Ende der fünften Jahreszeit sind, ist für die Cobbelsdorfer Jugend das Zemperwochenende. Denn das startete bereits am Freitagabend mit Tanz im Kartoffel-Gasthaus. Und am Sonnabend hieß es für sie also, zeitig aufzustehen, um dabei zu sein.
 
Im wahrsten Sinne den Hut auf haben an diesem Tag die drei Platzmeister Mario Rother, Torsten Glaß und Henning Gläßer, der dieses Ehrenamt zum ersten Mal ausführt. Mit sirenenhaftem Geheul machen die drei vor jeder Haustür auf die schrille Meute aufmerksam, natürlich um einige Gaben ersuchend. Die werden nach altem Brauch sowohl in Naturalien wie auch in Spenden gewährt, die klimpernd in den zahlreichen Kassen der Zemperlinge verschwinden. Dass angesichts der frostigen Temperaturen auch ordentlich "von innen" geheizt wird, versteht sich von selbst. Die drei Platzmeister werden zumeist schon am offenen Fenster oder in der Haustür stehend erwartet. Die Gastgeber haben das nötige Kleingeld meistens parat, dazu gibt es Wurst, Käse und viele, viele Eier.
 
Die Hühnerprodukte werden am Mittag mit zum Kartoffel-Gasthaus genommen. Denn dort wartet, wie alle Jahre, pünktlich 13 Uhr eine große Pfanne Rührei auf die lustige Truppe, die inzwischen wohl ein herzhaftes Mahl ganz gut vertragen kann. Doch schon unterwegs bieten einige Cobbelsdorfer belegte Brote an. Edith Lohmann tut dies schon seit zehn Jahren. "Ich habe selber immer mitgemacht", begründet sie, während sie Tee "mit" und "ohne" ausschenkt, "da ist es für mich selbstverständlich, die Tradition wachzuhalten, damit es weitergeht." Auch Familie Schulze hat im Hausflur einen richtigen Verpflegungspunkt improvisiert.
 
Viele der Zemperer gehören schon zur älteren Jugend, denn auch wenn Cobbelsdorf das größte Dorf der näheren Umgebung ist, zahlenmäßig schwindet der Nachwuchs auch hier. Lehre, Arbeit, Liebe ziehen auch die Cobbelsdorfer in die Ferne. Doch sie kommen alle immer wieder gerne nach Hause zurück. Wie Nicolas Schrödter, der jetzt in Köln arbeitet und sagt: "Man trifft sich hier mit den alten Leuten, das ist schön." Oder Mario Walter, der in Magdeburg Chemie studiert hat und jetzt an der Dissertation schreibt: "Das ist das eine Event im Jahr, da kommen sie alle wieder zurück. Ich bin jetzt zweimal im Jahr zu Hause: Weihnachten hier bei meiner Familie und Fastnachten eben, um die Freunde zu sehen."
 
Die drei Platzmeister, die in der Woche selbst auch auswärts sind - Henning Gläßer studiert in Bernburg, Torsten Glaß arbeitet bei der Bahn in Berlin und Mario Rother ist als Stahlbaumonteur in der gesamten Republik unterwegs - konnten sich in der Vorbereitung des Zemperzuges auf die Unterstützung vieler Freunde verlassen. So entstand eine richtige Festzeitung, die, natürlich auch gegen einen Obolus, während des Zuges verteilt wurde. Es galt den Kindertanz am Sonnabendnachmittag vorzubereiten und natürlich den abendlichen Ball. Bei dem die drei Platzmeister neben einigen Spielen mit den Gästen zu später Stunde auch eine kleine Showüberraschung zeigen wollten.

 
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Zwei tolle Tage - Gottower feiern Fastnacht mit Zempern und Kindertanz
Auszug aus der Märkische Allgemeine vom 19. Januar 2009
 
Ein wenig aufgeregt waren die Mädchen am Freitagabend schon, als sie im Wohnzimmer bei Familie Herrmann saßen und warteten. Schließlich wussten sie da noch nicht, an wessen Seite sie den Abend verbringen würden. Denn zu Fastnachten ist es in Gottow Tradition, dass sich die drei Platzmeister ihre Damen zuerst aussuchen dürfen.
 
„Ich bin zwar die Freundin von Sebastian Swientek, dem ersten Platzmeister. Doch da ich nicht aus Gottow stamme, musste er sich für eine andere entscheiden“, erzählte Gina Boche aus Schöbendorf. Früher gab es deshalb öfter handfeste Auseinandersetzungen. Heute wird dies im Vorfeld friedlich geregelt.
 
Die 14-jährige Annika Lautenschläger war in diesem Jahr erstmals dabei. Denn ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass man erst mitmachen darf, wenn man Konfirmation oder Jugendweihe absolviert hat. Annika Buls aus Luckenwalde wollte sich den Fastnachtsspaß auf keinen Fall entgehen lassen. Die 17-Jährige lernt Hotelfachfrau in St. Peter-Ording (Schleswig-Holstein) und hat am Wochenende insgesamt 13 Stunden Bahnfahrt in Kauf genommen, um gemeinsam mit ihrem Freund Benjamin Brdak feiern zu können. Natürlich hatten sich die Mädchen schick gemacht. Die meisten waren eigens beim Friseur. Das brachte ihnen dann auch anerkennende Pfiffe von den Jungen ein.
 
Gefeiert wurde in der Gaststätte Unterhammer. Und sowohl am Freitag als auch am Sonnabend ging es bis in die frühen Morgenstunden.

 
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Zampern mit Kapelle durch Schönborner Ober- und Unterdorf
Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 15. Januar 2009
 
Gute alte Tradition sind Zampern und Fastnachten in Schönborn, einem der größten Dörfer der Region. Am Wochenende war die Zampergesellschaft als eine der ersten im Jahr unterwegs.
 
Im vorigen Jahr wurde Mario Harnisch (30) nach 15 Teilnahmen, wovon er für acht Zamperzüge und Jugendfastnachten den Hut aufhatte, verabschiedet, und Sebastian Kulok (23) und Nicole Hentschke übernahmen das Zepter.
 
„Wir haben dieses Jahr die Streckenführung etwas geändert. Heute Abend findet das Eierkuchenessen in der alten Schule, dem Haus der Vereine, statt“, erzählte Sebastian. Nicole ist schon mindestens in dritter Generation beim Zampern in Schönborn unterwegs. „Meine Oma Anita Zober zamperte schon 1956 Naturalien und Geld für Fastnachten“, erzählte sie.
 
Mehr als 30 junge bunt kostümierte Leute zogen hinter der Kapelle durchs Dorf und zamperten. Nicht nur Einwohner, auch durchfahrende Autofahrer entrichteten ihren Obolus.
 
Der traditionelle Zamperzug startete am Eichwald, einer alten Flurbezeichnung nordwestlich der Gemarkung Schönborn. „Dieses Gebiet lag noch 1900 außerhalb der Ortschaft. Im Eichwald produzierte 1860 bereits eine kleine Ziegelei mit Ziegelmeister Karl Friedrich Staffeld. Das ist das heutige Grundstück der Gärtnerei Winde. Erst mit der Industrialisierung wurden dort viele Häuschen gebaut“, wusste Ortschronist Horst Firme, der selbst nie an den Zamperzügen teilgenommen hat, aber schon Kleingeld für die Jugend bereithielt.
 
Lieselotte und Siegfried Fischer erinnern sich: „Die Mädels konnten es nie abwarten. Die waren immer schon schneller. Lieselotte ist bereits 1953 erstmals zampern gewesen. Wir sind in Schönborn gemeinsam zur Schule gegangen. Ich nahm dann 1954 das erste Mal teil“, erzählte der 71-Jährige. Von 1955 bis 1957 waren beide ein Fastnachtspärchen. Weil sie aber im Februar 1958 geheiratet haben, durften sie nicht mehr an der Jugendfastnacht teilnehmen. „Zu unserer Zeit dauerte es immer noch eine Woche. Sonntag war Eröffnung für Alt und Jung, Montag zampern, Dienstag und Mittwoch Jugendfastnacht ab 14 Uhr bis zum Morgengrauen. Donnerstag ging es zur Frauen- und am Wochenende zur Männerfastnacht. Die ganze Woche spielte ein und dieselbe Blaskapelle „Lubwart Liebenwerda“ auf. Die fanden dann im Dorf Unterkunft“, berichtete Frau Fischer, die die Schlittenfahrten mit dem Vater ihrer Freundin Ingrid Edlich zu den Treff- und Sammelpunkten in guter Erinnerung hat. „Vom Eichwald bis Ortsausgang Richtung Doberlug sind es genau 3,9 Kilometer. Mit den ganzen Nebenstraßen sind wir so sieben Kilometer gelaufen. Da blieb keine Tür verschlossen. Es gab reichlich Speck, Wurstringe und Eier, zwischendurch Pfannkuchen, belegte Brote und Durchwärmendes zu trinken“, ergänzte ihr Mann.
 
Mal beim Zampern in Schönborn, erlebte mit seinen ehemaligen Tröbitzer Blasmusikanten Wolfgang Schubert (Jazztrompete), Horst Theuring (Tenorhorn) und Rudolf Schreiber (Schlagzeug/Pauke) wieder einen der längsten Zamperzüge. „Das ist das längste Dorf. Hier starten wir früh um acht und laufen bis abends 22 Uhr. Da tun dir alle Knochen weh und Mutti ist abgeschrieben. Aber die Tradition wird hochgehalten. Wir sind auch schon fürs nächste Jahr gebucht“, freute er sich.
 
Vom 20. bis 22. Februar werden 30 Paare bei Kniesches die Vorfeier begehen. „Dann folgt im Gasthof „Drei Linden“ bei Döberts die Fastnacht, und die Nachfeier gibt es wieder bei Kniesches“, verwies Nicole auf die folgenden Termine.

 
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Zu Fastnachten sind die meisten wieder hier
Auszug aus der Lausitzer Rundschau vom 26. Februar 2008
 
Vor dem Schönborner Gemeindehaus hatten sich 30 junge Paare, darunter auch einige aus Lindena und Tröbitz, eingefunden, um durch das Dorf zum Fastnachtstanz in Neumanns „Drei Linden“ zu marschieren. Der Spielmannszug Schönborn spielte frisch auf. Die Damen in festlicher Robe und die Herren im Anzug mit Blüte am Revers defilierten an den Zuschauern vorbei.
 
Anfang Februar waren 30 Leute auf Zempertour gegangen, hatten Eier, Speck und Geld gesammelt und sich die Woche darauf beim gemütlichen Eierkuchenessen getroffen. Am Vorabend der traditionellen Jugendfastnacht haben sich die Pärchen schon bei Kniesches zum intensiveren Kennenlernen getroffen.
 
Mario Harnisch erlebte seine 15. Jugendfastnacht, was seines Wissens vor ihm noch keiner geschafft hat. Vor neun Jahren hat er das Zepter von Jörg Passin übernommen und mit seiner rechten Hand, René Kunze, alle folgenden Jugendfastnachten organisiert. „Die Teilnehmer müssen mindestens 16 Jahre alt, dürfen noch nicht verheiratet sein und keine Kinder haben“, erklärte Andrea Kempe die «Regeln» .
 
Eine ganze Woche gefeiert
 
„Es war schon immer so in Schönborn, auch weit vor dem Zweiten Weltkrieg. Danach wurde bis in die 60er Jahre eine ganze Woche Fastnacht gefeiert. Wir sind Montag zum Zempern, dann gab es Jugend-, Weiber-, Männerfastnacht und Sonntag war Abschlusstanz für alle“, erinnerte sich Horst Leh mann (79). Bis zur Hochzeit mit seiner Marianne aus Lindena im Jahr 1951 habe auch er immer mitgezempert und am Marsch durchs Dorf teilgenommen.
 
Pünktlich um 15 Uhr tanzte der Jugendfastnachtszug in den „Drei Linden“ für die versammelten Dorfbewohner die Polonaise, gefolgt von einem Walzer. «Die Männer dürfen bis zur Pause das Jackett nicht ausziehen und den Schlips nicht abbinden. Keiner darf länger als drei Tänze pausieren und die Damen dürfen auch nicht geküsst werden» , erklärte Yvonne Kempe. Ab 19 Uhr wird eine einstündige Pause eingelegt, in der jeweils drei, vier Pärchen gemeinsam zu jemandem nach Hause gehen und etwas Warmes essen. Die Damen entledigen sich dann meist ihrer langen Ballkleider und ziehen etwas Kürzeres und Bequemeres an. Wer nicht pünktlich um 20 Uhr wieder auf dem Saal ist, muss mit Strafen rechnen.
 
Winfried Neumann, dessen Ehefrau Heidemarie als Wirtin eine über 150-jährige Gastwirtstradition fortsetzt, erinnerte sich an Opa Erich Döbert. Der schwärmte immer von seinen Fastnachtserlebnissen. «Bereits 1968 gab es nach der Pause schon eine Kussbude. Da hatte Josepha, ein Schönborner Urgestein, Winfried hinein gezogen und gesagt: ,Wenn du schon nicht knutscht, dann wackele wenigstens mit der Bude’» , berichtete er augenzwinkernd.
 
Selbst Mainzer begeistert
 
Uwe Kaschig, Leiter des Musikzuges Schönborn, hatte beim Einmarsch mit seinen Musikern das Lied „von der Frau auf dem Schleifstein“ gespielt. «Heute Abend werden zu später Stunde Debütantinnen erst mal über den Schleifstein geführt. Sie muss sich breitbeinig über den Schleifstein stellen, und dann wird auch mal das Röckchen gelüftet. Seit Jahren müssen aber auch Jungs die Hosen runter lassen und über den Schleifstein p…» , verriet er. Für Fred Meyer schien es, als sei es erst gestern gewesen. Vor 30 Jahren hatten ihn die Altvorderen gegriffen und über den Schleifstein geführt. Er wusste nicht, wie ihm geschah. Seine Blase war so gefüllt, dass er am liebsten wohl auf den Stein gepullert hätte, anstatt das gute Bier zu verkippen.
 
Früher herrschte zur Fastnacht eine Woche der Ausnahmezustand im Dorf. Vater Günther Heinrich hat da fleißig mitgemischt, erinnerte sich Silvio an dessen Erzählungen. Es kam auch mal ein Mainzer, wo es singt und lacht, einen Donnerstag nach Schönborn, der wollte nur etwas essen. Doch in der Wirtschaft fand Weiberfastnacht statt. Noch am nächsten Vormittag stand sein Auto vor der Gaststätte, so begeistert soll der Jeck von der Schönborner Weiberfastnacht gewesen sein. Petra Kopsch ist zu allen Fastnachten dabei, egal ob Jugend-, Weiber- oder Männerfastnacht, meinte sie. „Heute ist meine Anika (24) wieder mit von der Partie. Die ist extra aus Hamburg angereist und hat auch ihren Freund von dort mitgebracht. Seit ihrem 16. Lebensjahr hat sie bei dieser Tradition noch nie gefehlt. Das hat was mit Gemütlichkeit und Wiedersehensfreude zu tun. Es sind ja viele von unserer Jugend in der ganzen Republik verstreut. Doch zu Fastnachten sind die meisten wieder hier“, betonte sie.

 
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Fastnacht in der Fastenzeit - Dietrichsdorf feiert Männerfastnachten
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 21. Februar 2007
 
Früher feierte man sogar in jedem Ort, in Külso im Saal der Gaststätte "Oertel", zur damaligen Zeit "Klabe". Heute feiern wir bei Schmidts in Dietrichsdorf. Fastnacht stammt nicht aus vorchristlicher Zeit, sondern hat ihren Ausgangspunkt im christlichen Jahreslauf. Sie ist das Schwellenfest vor der 40-tägigen Fastenzeit vor Ostern, die Aschermittwoch beginnt. Wie der Abend vor dem Geburtsfest Christi "Weihnacht" heißt, meint "Fastnacht" den Vorabend der Fastenzeit.
 
Ein wenig weichen wir sicherlich von den ursprünglichen Traditionen ab, schon die Einhaltung der Termine ist schwierig. Unsere Fastnachten sollte man auch nicht mit der ausgiebig gefeierten Fasenacht im Süden oder dem Karneval verwechseln. Unsere Veranstaltung ist ein gemütlicher Tanzabend mit "verordnetem" Partnertausch. Keiner hat die Pflicht viel Geld auszugeben, dennoch sollte man die Regeln der Platzmeister respektieren.
 
Aber erst heißt es für die Platzmeister "Ranschaffen und Wegschlucken": den Saal bestellen, die Musik abstimmen, früher war das immer eine Kapelle. Die wichtigste und "anstrengendste" Aufgabe ist, von Haus zu Haus zu ziehen und Fastnachtspaare einzuladen. Das kann, wenn die drei Platzmeister nicht "trinkfest" sind, ein lang andauerndes "Ritual" werden. Üblich sind drei bis vier Abende für Dietrichsdorf und Külso. In diesem Jahr benötigten die drei Herren sechs Abendgänge. Ihr Erkennungszeichen ist der Zylinder, geschmückt mit einem roten Band. Die Platzmeister erhalten am Abend von den Damen bunte Bänder - je mehr, um so erfolgreicher war die Einladungstour. Der Kalfaktor ist nur mit einem roten Band geschmückt und für das "Klein"-Geld verantwortlich. Der Tanzabend beginnt mit dem Einmarsch der Platzmeister, im Gefolge die Damen. Der Kalfaktor verliest die Fastnachtsregeln und dann wird angetanzt.

 
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Früh gezempert und abends geschwoft - Lindaer feiern Fastnachten mit Gästen und Besucher auch aus dem Brandenburgischen
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 25. Januar 2007
 
Was Griechen und Bulgaren können, das ist den Lindaern nicht fremd. Am Samstag tanzten sie zur alljährlichen Fastnacht nicht nur pärchenweise, sondern bildeten zu fortgeschrittener Stunde einen großen Kreis. In einer Mischung aus Reigen und Gesellschaftsspiel ging es wortwörtlich rund. Da wurden den Mädchen nicht nur schöne Augen gemacht.
 
Die beiden Platzmeister, Benjamin Lange und Christopher Janz, hatten zwei Kissen besorgt und suchten sich aus dem Publikum zwei junge Damen aus. Diese mussten sich auf das Kissen knien, wurden mal kurz geherzt und gingen ihrerseits nun auf Jungenfang. So ging das Spiel weiter und der Kreis wuchs und wuchs. Der Reigen stand in dieser Zeit natürlich nicht still.
 
Die Live-Band "Zeitlos" brachte an diesem Abend den Tanzkreisel zum Drehen und den Saal zum Kochen. Genau als die Tänzer etwas zu erlahmen schienen, spielten sie mit "Laurentia" einen richtigen Kracher. Dem konnten sich weder die im Reigen auf der Tanzfläche Stehenden noch die an den Tischen Sitzenden entziehen. Wurde dort bis dahin nur leicht mitgeschunkelt, so machten nun alle die "Höhen" und "Tiefen" des bekannten Volksliedes mit.
 
Offensichtlich hatte sich die Kunde von einer solch tollen Stimmung in den vergangenen Jahren bereits über die Landesgrenze hinaus bis nach Brandenburg verbreitet. So waren einige der Gäste über die Grenze zu den Sachsen-Anhaltern gezogen, um hier mal so richtig abzufeiern. Dafür hatten sie sich besonders schick gemacht. Cindy und Susann aus Schönewalde und Grassau machten jedenfalls auf die Lindaer Männerwelt großen Eindruck und verschwanden ein ums andere Mal mit Kavalier auf der Tanzfläche. Monique (22) zum Beispiel in Hot Pants, schwarzen Stiefeln und mit toller Hochsteckfrisur hatte allerdings nur Augen für ihren Dirk. Und auch der Lindaer ließ verständlicherweise seine hübsche Brandenburgerin nicht aus den Augen.
 
Beide wirkten noch erstaunlich munter, obwohl sie doch schon in den Morgenstunden beim Zemperrundgang der Jugend unterwegs waren. Dabei hatten sich die Lindaer wieder einmal sehr spendabel gezeigt und die rund 30 junge Leute haben allerhand Zempergut zusammenbekommen. "Das reicht bis zur Weihnachts- und Silvesterfeier", meinte Dirk.

 
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Korbträger und Clowns in Tradition - Jugendfastnachten in Wartenburg feiern 60-jähriges Bestehen
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 07. Januar 2007
 
Die Türen zum Saal der Gaststätte "Zur Weintraube" in Wartenburg waren am Sonnabend geschlossen. Noch sollte kein Wartenburger sehen, was ihn am 12. und 13. Januar an den Abenden dort erwarten wird. Am Wochenende feiern die Jugendfastnachten des Ortes ihr 60-jähriges Bestehen, da soll es natürlich ein besonderes Programm geben.
 
Kai Tilliger, wie Andreas Deutschmann bereits im neunten Jahr Platzmeister, kann in diesem Jahr auf zwölf weitere Mitstreiter bei der Organisation und Durchführung zählen. "Seit 1947 sind die Jugendfastnachten jedes Jahr gefeiert worden, die Idee kam damals aus Elster", erzählt er, während bei der Generalprobe die jungen Leute ihre Tänze noch einmal durchgehen und den Einmarsch proben. Von September an hatten sie sich einmal pro Woche getroffen.
 
Das eigentliche Procedere der Fastnachten hat sich kaum verändert. Es gibt drei Platzmeister, zwei Mann für die Brandkassen, fünf Antänzer und zwei Korbträger. "Die Korbträger sind wichtig für das Zempern, das am Sonnabendvormittag um neun Uhr losgeht", erklärt Tilliger. "Die Zemperer bekommen bei ihrer Einladungstour hausgeschlachtete Wurst und saure Gurken, früher gab es auch Eier, alles für den Fastnachtsausklang."
 
Die Platzmeister tragen wie früher Bänder an der Jacke, nur werden sie nicht mehr von den Mädchen angesteckt. Angetanzt wird nach Wunsch, einen Strafenkatalog gibt es auch. So müssen mindestens ein Platzmeister und drei Antänzer immer im Saal sein. Bis halb elf Uhr abends darf sich kein Mitglied hinsetzen und Extratouren kosten einen Obolus in die Brandkasse.
 
Seit drei Jahren haben die Fastnachter auch wieder Clowns. Eine alte Tradition, die in den 80er Jahren nicht weitergeführt worden war, wie Kai Tilliger weiß. "Sie sind zur Belustigung und vor allem am Sonntag für den Kindertanz da", sagt er. Die Clowns werden in dieser Woche Kindergärten und Grundschulen der Umgebung Wartenburgs aufsuchen und die Kinder gesondert einladen. Neun jeweils verschiedene Einlagen wird es am Freitag- und Samstagabend geben. Unterstützt werden die Fastnachtsmitglieder von den Funken aus Trebitz und Wartenburg.
 
"Es gibt einen Standardtanz, und wir machen einen Tanz mit den Jungen hier", erklärt Sabine Deutschmann, die gemeinsam mit Tina Schneider, Lydia Scheel und Marie-Theres Hennwald am Sonnabend immer wieder Schritte, Bewegungen und Abläufe probte. "Wir sind zusammen aufgewachsen, da hilft man sich gegenseitig."
 
Das Programm ist zum Teil neu, zum Teil auch das Beste der vergangenen Jahre. Es wird international mit Tänzen aus Russland, Schottland und Mexiko, und natürlich darf ein Männerballett nicht fehlen. Der Freitagabend ist für die Vereine im Ort, Sponsoren und Wartenburger, am Sonnabend haben alle Zutritt, die Spaß an Fastnachten und seinen Regeln haben.

 
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Essen und Trinken, Tanzen und Sammeln - Mölle hellau - Jubiläumszug zempert durch Möllensdorf
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 12. Februar 2006
 
Verschlafen plätschert der Grieboer Bach durch das Flämingdörfchen. An fast jeder Ecke meckert besinnlich eine Ziege vor sich hin. Aber nicht am vergangenen Samstag. Musik zog vom Gemeindehaus die Dorfstraße hinauf und übertönte für einige Stunden den Ziegengesang. Eine Straßensperre blockierte die Dorf-Durchfahrt. Dort wachten zwei uniformierte Jugendliche. Sie kassierten Wegezoll. "Und wofür das Ganze?", wollte ein Fahrerin aus Dessau wissen. "Na, wir zempern für unseren Schlappenball in 14 Tagen!", standen Lehrling Markus Buchheld und sein 16-jähriger Freund Marcel Eckwert ziemlich verwundert über solch eine Frage Rede und Antwort.
 
"Zempern ist Brauch im Fläming, der zu Fastnachten gehört und zum Winterkehraus", erklärte Andreas Glaubig, einer der beiden herausgeputzten Platzmeister, und brüllte bekräftigend ein dreifach donnerndes "Mölle Hellau" in das muntere Faschingsvolk an seiner Seite. "Und jetzt, zum zehnjährigen Jubiläum hat Roland May, unser ehemaliger Platzmeister sogar ein Mölle-Car gebaut." Das Tretmobil führt diesmal den Festzug an.
 
Träge setzten sich die Massen für die ersten fünfzehn Meter in Bewegung. Die Laufroute stand lange fest. Das haben die diesjährigen Platzmeister an vielen Nachmittagen vorher organisiert. Musikanten, mit dem Coswiger Reiner Boraschke an der Pauke und Gerold Reinert aus Buro am Akkordeon bestimmten den Lauftakt. Zwischendurch tanzte das Volk nach ihrem Tschingdersassa Bum. Es wurde gelacht und gescherzt.
 
Die Straßenwache stoppte zum wiederholten Mal ein Auto. Das bedeutet Trink- und Tanzpause für alle Narren. Wieder in Trab, klopften die Platzmeister an der nächsten Hoftür. Närrische Begrüßung mit Mölle Hellau, das Gastgeberpaar wurde angetanzt und verwöhnte den gesamten Mölle-Zug mit Köstlichkeiten. Es gab zu Trinken, was das Herz begehrte. Eierschnittchen in einem Hof, Fettbemme mit Gurke oder Kuchen im anderen. Zu vorgerückter Stunde servierten die gastgebenden Familien Suppe für das durchgefrorene Faschingsfußvolk. Der Völlerei und des Genusses nicht genug, verabschiedeten sich die Gastgeber beim Zug mit Naturalienspenden für den Schlappenball.
 
Jetzt kam das Mölle-Car zum Einsatz. Bereits nach dem dritten Halt stapelte sich ein ansehnlicher Besitz im Anhänger des Gefährts: Sekt, Apfelsaft, ein Ringel Bratwurst, Pralinen, Schaumküsse, Wienerle. Für jeden Geschmack etwas. Gemeinsam wird zum Schlappenball die Beute vertilgt. Zempern lohnt sich also! Und trotzdem versäumen es die Möllensdorfer nicht, sich bei den vielen Sponsoren zu bedanken, die solch ein Fest ermöglichen.
 
"Schon lange wird im Dorf gezempert, aber in den 60er Jahren war Schluss damit!", plaudert Platzmeister Klaus Krämer aus der Vergangenheit. "Wir hatten es satt, dass in unserem Dorf nichts los ist und riefen zum Pfingstgelage 1997 das Zempern wieder ins Leben." Andreas Glaubig freut sich.
 
Seit zehn Jahren treffen sich am zweiten Wochenende im Februar die Möllensdorfer Närrinnen und Narren neun Uhr vorm Gemeindehaus. Alles, was laufen kann, schlüpft in Kostüm und Maske. Auch die Kleinsten, ganz Möllensdorf ist unterwegs. Das Örtchen wird zur Faschingszeit bevölkert von Wikingern, Rauschgoldengeln, Hexen, Zwergen, Boxern, Indianern, Mäusen, laufenden Erdbeeren, einem riesigen Emmentaler Käse und Transvestiten. Jauchzend und schallend klappern sie die Höfe der kleinen Ortschaft ab, bitten um Speise und Trank. Der bunte Zemperzug schlängelt sich vom Unteren Dorf hin zur Apollensdorfer Straße bis zum Festzelt, das am frühen Nachmittag erreicht wird.
 
Umzüge zur Karnevalszeit gibt es häufig, aber was ist das besondere am Zempern? "Das gute Essen und Trinken!" murmelt die 16-jährige Sandra und schiebt sich genüsslich mampfend ein Stück Kuchen in den Mund. "Und die Gemeinschaft ist schön. Jeder gibt etwas. Viele Jugendliche laufen mit und man sieht sich endlich wieder", schwärmt "Hexe" Magdolna Schröter.

 
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Frauen strahlen und Männer zahlen - Reinsdorf
Auszug aus der Mitteldeutsche Zeitung vom 16. Januar 2006
 
Erste Regel: Alle Gäste haben sich dem Anlass entsprechend zu kleiden. Der Gesundbrunnen war am Samstagabend ein wahrer Garten der schönen Menschen. Die siebenten Braunsdorfer Jugendfastnachten zogen 200 Gäste in den geschmückten Saal des Veranstaltungshauses. Bis in die frühen Morgenstunden lustwandelten festlich gekleidete Frauen und Männer über das Parkett, um sich der Mischung aus ausgelassener Feier und festgelegten Regeln hinzugeben.
 
"Die Fastnacht ist wie ein Ball und eine niveauvolle Veranstaltung", findet Mitorganisatorin Diana Wiedemann (in glänzendem blauen Trägerkleid). Das Bewahren der Regeln oblag natürlich den Platzmeistern Marco Kilian und Mario Wiedemann. Nach der Eröffnung des Balls durch die 29 jungen Paare des Tanzkomitees konnte die Feier beginnen. Mit jeweils 29 Bändern an der Brust (ein Geschenk der Damen des Komitees), schwirrten sie durch den Raum und sorgten für die Einhaltung der Tradition. Denn Regel vier besagt: Den Anweisungen der Platzmeister ist Folge zu leisten. Wenn ein Herr aus dem Publikum beispielsweise ohne ein Tanzband des Platzmeisters die Hüften schwang, dann musste dieser mit einer Geldstrafe rechnen oder gar eine Runde Bier für den Saal ausgeben. Das besagt Regel zwei. Obwohl die beiden Platzmeister das erste Mal den Hut aufhatten, verlief der Abend ohne Zwischenfälle.
 
Dritte Regel: Das Tanzen Gleichgeschlechtlicher ist nicht erwünscht. Ob die Fastnacht nun für die Frauen oder Männer schöner war, lässt sich nicht sagen. "Endlich hat man mal wieder die Gelegenheit, ein Kleid anzuziehen und sich so richtig hübsch zu machen", freut sich Djamila Pietzner über die glamouröse Veranstaltung. Die 22-Jährige merkt an, dass "die Männer an diesem Abend ihre Geldbeutel leeren". Die Herren des Tanzkomitees mussten zwar keinen Eintritt zahlen, aber dafür die Damen nach jedem Tanz auf ein Getränk einladen. "Das gehört zum guten Ton", ist Mirko Gans darauf bedacht, die Höflichkeit zu wahren. Gleichzeitig hoffte er aber, dass sich seine Ausgaben im Bereich von 50 Euro bewegen. Die Frauen verwendeten sehr viel Zeit darauf, sich für den Ball zurechtzumachen. Für die Männer hingegen war das Binden der Krawatte wohl am aufwendigsten. Gans: "Ich habe eine viertel Stunde gebraucht, um mich fertig zu machen."
 
Letzte Regel: Gute Laune mitbringen. Die Band "Teo Trio" sorgte am Samstag für die musikalische Unterhaltung. Die Tanzfläche war immer gefüllt und Körperkontakt damit unvermeidlich. "Die Platzmeister haben ihre Sache gut gemacht und die Leute hier verbreiten eine tolle Stimmung", lacht Frau Wiedemann. Die Braunsdorfer Fastnachten können übrigens bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgt werden. An den Regeln hat sich nicht viel geändert. Wie bei allen Tanzveranstaltungen steht das Vergnügen im Vordergrund - nur eben schön verpackt.

 
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